Presseinformation zum Welttag der Suizidprävention

Sep. 4, 2026

Welttag der Suizidprävention am 10. September: Warum Suizidprävention uns alle angeht

Baden-Württemberg, September 2026. In Deutschland nimmt sich alle 51 Minuten ein Mensch das Leben.[1] Allein im Jahr 2024 starben 10.372 Menschen durch einen Suizid[2], mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewaltverbrechen, illegale Drogen und AIDS zusammen. Das sind Zahlen, die erschrecken und dennoch selten thematisiert werden. Am 10. September, dem Welttag der Suizidprävention, richtet sich der Blick auf eine stille Krise, die alle Altersgruppen und sozialen Schichten betrifft. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Arbeitskreise Leben in Baden-Württemberg bietet Hilfsangebote vor Ort für Betroffene, Angehörige in Sorge und Hinterbliebene.

Hochrisikogruppen

Suizidalität entsteht in der Regel nicht plötzlich, sondern geht mit einer langen Phase des Leidens einher. Besonders gefährdet sind dabei Menschen mit psychischen Erkrankungen oder früheren Suizidversuchen, ebenso ältere, einsame Menschen mit schweren Erkrankungen sowie junge Erwachsene in Lebens- und Beziehungskrisen. Auffällig ist zudem eine geschlechtsspezifische Verteilung, denn rund 70 Prozent der Suizidtoten sind Männer.

Warnsignale

Suizid ist meist ein Ausdruck großer Not, und nicht einer freien Entscheidung. Viele Betroffene senden im Vorfeld Warnsignale, etwa durch sozialen Rückzug, deutliche Verhaltensänderungen oder offene und indirekte Äußerungen suizidaler Gedanken. Diese Anzeichen zu erkennen und ernst zu nehmen, gilt als zentraler Bestandteil wirksamer Suizidprävention. „Das Risiko für einen Suizid wird nicht erhöht, wenn Sorgen bei einer Betroffenen Person angesprochen werden“, betont Stefan Hannen, Geschäftsführer des AKL in Freiburg und Teil des Sprecherrats der LAG. „Bei einem Gespräch sollte immer aus der eigenen Wahrnehmung berichtet und Hilfsangebote aufgezeigt werden.“

Hilfe in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es 8 Arbeitskreise Leben mit insgesamt 11 Beratungsstellen. Hier wird schnelle und kostenlose Hilfe für Betroffene, Angehörige in Sorge wie auch Hinterbliebene nach Suizid niederschwellig angeboten. Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September sind folgende Aktionen der AKLs geplant, um vor Ort die Hilfsangebote vorzustellen und das Thema Suizidalität in den Fokus zu rücken:

  • AKL Böblingen: T-Shirt Aktion zur Veranschaulichung der Suizide im Landkreis Böblingen im Bereich des Sindelfinger Marktplatzes von 11-14 Uhr
  • AKL Freiburg: Aktionstag mit der TelefonSeelsorge Freiburg von 10-16 Uhr in der Innenstadt Freiburg (Ecke Kaiser-Joseph-Straße/Engelstraße)
  • AKL Heilbronn: T-Shirt Aktion zur Veranschaulichung der Suizide im Landkreis Heilbronn in der Sülmerstraße neben der Nicolaikirche in Heilbronn von 11-14 Uhr
  • AKL Karlsruhe: T-Shirt Aktion zur Veranschaulichung der Suizide im Kreis Karlsruhe auf dem Marktplatz in Karlsruhe von 11-16 Uhr
  • AKL Nürtingen-Kirchheim: T-Shirt Aktion zur Veranschaulichung der Suizide im Landkreis Esslingen am S-Bahnhof Filderstadt-Bernhausen, Dr.-Peter-Bümlein-Platz von 10-14 Uhr
  • AKL Reutlingen/Tübingen: T-Shirt Aktion zur Veranschaulichung der Suizide in den Landkreisen Reutlingen/Tübingen auf dem Tübinger Marktplatz von 15-18 Uhr
  • AKL Stuttgart: Aktionstag in Kooperation mit der evangelischen und katholischen TelefonSeelsorge auf dem Schlossplatz in Stuttgart von 10-15 Uhr

Über die LAG

1976 wurde der erste AKL unter dem Motto „Menschen in Krisen brauchen ein Gegenüber“ aus der Telefonseelsorge heraus in Reutlingen / Tübingen gegründet. Es folgten bis heute sieben weitere AKLs mit insgesamt 11 Beratungsstellen in Baden-Württemberg. Die Arbeitskreise Leben fördern geeignete Maßnahmen zur Suizidprävention sowie zur Krisenintervention und Nachsorge nach Suizidhandlungen und leisten damit explizit ihren Beitrag zur Enttabuisierung des Themas Suizid in unserer Gesellschaft. Die Grundsätze der Arbeit sind: eine unbürokratische und niederschwellige Hilfestellung, schnelle Terminvergaben, jede Anfrage hat ihre Berechtigung und Hilfe darf nicht an finanziellen Mitteln scheitern. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Arbeitskreise Leben e.V. vereint alle AKL-Einrichtungen in Baden-Württemberg, koordiniert Austausch, Qualitätssicherung und Finanzierung und vertritt ihre Interessen politisch über einen gewählten Sprecherrat. Mehr Informationen unter www.suizidpraevention-bw.de 

AKLs in Baden-Württemberg / Deutschland

  • AKL Böblingen mit Beratungsstelle in Böblingen
  • AKL Freiburg mit Beratungsstelle in Freiburg
  • AKL Heilbronn mit Beratungsstelle in Heilbronn
  • AKL Karlsruhe mit Beratungsstelle in Karlsruhe
  • AKL Leonberg mit Beratungsstelle in Leonberg
  • AKL Nürtingen-Kirchheim mit Beratungsstellen in Nürtingen und Kirchheim / Teck
  • AKL Reutlingen / Tübingen mit Beratungsstellen in Reutlingen, Tübingen und Balingen
  • AKL Stuttgart mit Beratungsstelle in Stuttgart


[1] https://www.suizidprophylaxe.de/suizidalitaet/

[2] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html